Zukunftsgruppe
Weil ich es mir wert bin
Zukunftsgruppe Borken - es sind noch Plätze frei
Neues aus der Zukunftsgruppe Borken
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In den vergangenen Monaten hat sich gezeigt, dass die Leitung einer solchen Gruppe viel Verantwortung mit sich bringt. Die Person, die die Moderation übernommen hatte, hat dabei sehr bewusst auf sich selbst geachtet und genau das umgesetzt, was auch ein wichtiger Teil der Zukunftsgruppe ist: die eigenen Grenzen wahrzunehmen und gut für sich selbst zu sorgen. Diesen Schritt empfinde ich als verantwortungsvoll und mutig.
Ich wurde deshalb gefragt, ob ich die Moderation der Zukunftsgruppe Borken wieder übernehmen möchte – und habe mich nach reiflicher Überlegung dafür entschieden.
Ich freue mich darauf, gemeinsam mit euch den Weg weiterzugehen, bekannte Gesichter wiederzusehen und auch neuen Teilnehmerinnen und Teilnehmern weiterhin einen offenen und geschützten Raum anbieten zu können.
Die Grundidee der Zukunftsgruppe bleibt dabei unverändert:
Menschen Mut machen, Entwicklung ermöglichen und gemeinsam nach vorne schauen.
Herzlichst
Clemens Sprey
Für die Zukunftsgruppe Ahaus gibt es zur Zeit eine Warteliste!
02.04.2026
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13.02.2026 - Ausstrahltung beim WDR
Lokalzeit Münsterland 13.02.2026 02:22 Min. Verfügbar bis 13.02.2028 WDR - von Brigitte Lieb
Raus aus der Krise: Wie ein Genesungsbegleiter aus Ahaus dabei hilft
Stand: 16.02.2026, 11:52 Uhr
Clemens Sprey hilft psychisch Erkrankten im Kreis Borken zurechtzukommen - auch weil er selbst betroffen ist.
Von Brigitte Lieb
"Welches Thema habt ihr mitgebracht?" fragt Clemens Sprey in eine Runde mit acht weiteren Menschen. Alle erzählen, was sie gerade beschäftigt: Sei es ein neuer Job, der bald losgeht, oder ein Brief, der beantwortet werden muss. Sprey sammelt die Eindrücke.
Dann schlägt er vor, sich mit dem Nein-Sagen zu beschäftigen. Mehreren Teilnehmenden fällt es schwer, sich bewusst gegen eine Verabredung oder Vorschläge von Anderen zu entscheiden. Damit beginnt das Treffen der Zukunftsgruppe in Ahaus, einer wöchentlich stattfindenden Gesprächsrunde.
Eine Weiterbildung, die zum eigenen Heilungsprozess beiträgt
Moderator Clemens Sprey ist ehrenamtlicher Genesungsbegleiter. Er hilft psychisch Erkrankten auf ihrem Weg, wieder zu sich zu finden. Dazu hat er zwei sogenannte Zukunftsgruppen im Kreis Borken ins Leben gerufen. Diese Aufgabe hat sich der 64-Jährige nicht einfach so ausgesucht.
Er ist über seine Depression und Arbeitssucht dazu gekommen, Genesungsbegleiter zu werden. Eine Wohnheimbetreuerin hat sein Interesse geweckt:
"Plötzlich gab es eine Möglichkeit, meine Diagnosen zu etwas Sinnvollem zu machen. In der Ausbildung lernt man, sie zu Werkzeugen umzufunktionieren."Clemens Sprey, ehrenamtlicher Genesungsbegleiter
Über 600 Genesungsbegleitende in NRW
Genesungsbegleitende wie Sprey werden über eine einjährige Qualifizierungsmaßnahme geschult. Die wichtigste Voraussetzung: eigene Erfahrungen mit einer psychischen Erkrankung und deren Bewältigung.
Clemens Sprey arbeitet in einer Gruppe als Genesungsbegleiter
Laut Gudrun Tönnes, der Gründerin von Ex-In NRW, einer Interessensvertretung, wurden in Köln, Essen, Wuppertal, Bochum und Münster über 450 Menschen in den vergangenen 15 Jahren erfolgreich ausgebildet. In Bonn und Umgebung sind es rund 180. "Sie fördern die Qualität von Psychiatrie", so Tönnes.
Genesungsbegleitende arbeiten in Kliniken, Wohnheimen und Gruppen, die über Wohlfahrtsverbände organisiert sind. "Sie sind für Menschen in psychischen Krisen wie auch für professionelle Helfer:innen ein Geschenk", sagt auch Dorothea Sauter, Leiterin der Pflegeentwicklung in der LWL-Klinik Münster.
Lernen, sich selbst zu lieben und die eigene Gesundheit in den Vordergrund zu stellen
In der Regel sind Genesungsbegleitende in Voll- oder Teilzeit tätig. Ehrenamtliche wie Clemens Sprey gibt es eher selten.
Mit seinem Engagement gibt er anderen Erkrankten Mut. Am Ende des Treffens mit der Zukunftsgruppe haben die Teilnehmenden erarbeitet, warum es wichtig sein kann, auch mal "Nein" zu sagen. "Es ist ja wichtig für sein eigenes Wohlbefinden und die Genesung", stellt ein Mann aus der Runde fest.
Nach etwas mehr als einer Stunde ist das dieswöchige Treffen vorbei. "Die Gruppe hilft mir, mit meinem Leben besser klarzukommen und damit der morgige Tag besser wird als heute", erklärt eine Teilnehmerin, bevor sie sich wieder auf dem Weg nach Hause macht.
09.02.2026 - Drehtag - WDR Lokalzeit "Münsterland"
Heute wurde die Zukunftsgruppe von einem Drehteam des WDR begleitet werden. Die Dreharbeiten waren für alle Beteiligten eine sehr wertschätzende und positive Erfahrung.
Wir bedanken uns herzlich beim WDR-Team für den respektvollen, sensiblen Umgang und die professionelle Umsetzung. Der Beitrag trägt dazu bei, Einblicke in die Arbeit der Zukunftsgruppe zu geben und Mut zu machen.
Abschied von der Moderation und Blick nach vorn
Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Zukunftsgruppe,
liebe Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter,
die Zukunftsgruppen wurden 2016 in Borken und 2021 in Ahaus gegründet. Seitdem durfte ich viele besondere Begegnungen erleben – Momente voller Mut, Zweifel und Hoffnung. Jede einzelne Sitzung hat mich bereichert und geprägt.
Die Zukunftsgruppe ist ein Raum auf Zeit. Die Teilnehmenden wechseln: Wer sein persönliches Ziel erreicht hat, geht weiter und macht Platz für neue Menschen. Dieses Prinzip habe ich immer als Stärke dieser Gruppen verstanden – und genau so verstehe ich nun auch meinen eigenen Schritt.
Zum Jahreswechsel 2025/2026 werde ich meine Moderation in beiden Gruppen beenden. Dieser Schritt fällt mir nicht leicht, denn die Arbeit mit euch war für mich immer ein Stück Zuhause. In dieser Zeit durfte ich für viele von euch ein Lebensabschnittsgefährte sein – präsent, zugewandt und auf Augenhöhe.
Der ursprüngliche Impuls zur Gründung der Zukunftsgruppe war die Erfahrung, wie schwer es vielen Menschen fällt, nach dem Umzug aus einer Wohngemeinschaft in eine eigene Wohnung dauerhaft stabil zu bleiben. Damals habe ich mir gesagt: Wenn es gelingt, auch nur eine Person so zu unterstützen, dass dieser Schritt gut gelingt, hat sich jeder Aufwand gelohnt. Diese Haltung trägt mich bis heute.
Umso mehr freut es mich, dass sich für beide Gruppen jeweils ein starkes Dreier-Team gefunden hat, das die Moderation mit Herz und eigener Handschrift weiterführt. Zu wissen, dass die Gruppen weiterwachsen, auch wenn ich einen Schritt zurücktrete, ist vielleicht der schönste Abschied.
Ich stehe weiterhin mit ganzem Herzen hinter der Idee der Zukunftsgruppe. Mein Weg führt mich nun dahin, dieses Format auch in anderen Gemeinden und Städten bekannt zu machen, beim Aufbau neuer Gruppen zu unterstützen und Menschen zu ermutigen, ähnliche Räume entstehen zu lassen. So bleibe ich der Idee verbunden – und gehe zugleich einen Schritt weiter.
Danke für euer Vertrauen, eure Offenheit und all die gemeinsamen Schritte.
Herzlichst
Clemens Sprey